Wie entsteht eine Innenraumbegrünung?
11. November 2019
Ein Praxisbeispiel mit rund 1.500 mobilen Pflanzgefäßen, Großbäumen und Moosbildern
Eine große Innenraumbegrünung entsteht nicht erst am Tag der Lieferung. Sie beginnt mit Gesprächen, Standortprüfung, Pflanzenauswahl, Logistik und einer klaren Planung für jeden einzelnen Ausführungstag.
Dieses Projekt zeigt, wie aus einer ersten Anfrage ein umfassendes Begrünungskonzept mit mobilen Pflanzgefäßen, Großbäumen, Moosbildern und präziser Baustellenorganisation wurde.
Im September 2017 hatten wir den ersten Kontakt zu dem Unternehmen. Bei diesem Treffen ging es zunächst um die Grundsatzfrage: Innenraumbegrünung ja oder nein? Nach rund acht Wochen war die Entscheidung mit Bauherren und Betreibern getroffen und wir erhielten den Auftrag, ein Gesamtkonzept zu entwickeln.
Vorgestellt werden sollten Varianten für maximale, optimale und minimale Begrünung inklusive grober Kostenorientierung. Gleichzeitig mussten Licht, Luft, Wärme und Kälte an den jeweiligen Standorten berücksichtigt werden.
Projektsteckbrief
Vom Konzept zur belastbaren Projektplanung
Schnell wurde klar, dass für diese Aufgabe ein sehr breites Sortiment an Hydrokulturen benötigt wurde. Es ging um Pflanzen ab etwa 0,50 Meter Höhe, aber auch um Großbäume bis zu 6,00 Metern Höhe. Auch diese Bäume sollten nach dem Aufbau transportabel bleiben.
Nach der Konzeptphase erhielten wir den Auftrag zur Ausführung. Der Liefertermin lag im Oktober 2019, also fast 24 Monate nach dem ersten Kontakt. Für Pflanzenmengen, Sortenvielfalt, Gefäße, Schüttsubstrate, Spedition und Tagesmengen wurde deshalb ein eigener Kultur- und Lieferplan erstellt.
Projektlogik
Zwei Hürden vor der Ausführung
Bei dieser Größe entscheidet die Vorbereitung. Erst wenn Konzept, Kulturplanung, Lieferkette und Teamaufstellung stimmen, kann die Baustelle funktionieren.
01
Konzept: maximale, optimale und minimale Begrünung wurden bewertet, kalkuliert und mit den Bauherren abgestimmt.
02
Vorbereitung: Produzenten, Vorlieferanten, Speditionen, Hotels und Einsatzteams wurden verbindlich koordiniert.
Sechs Tage, viele Gewerke, ein gemeinsamer Ablauf
Vorgesehen war ein Team aus sieben Personen, das in Zweiergruppen arbeitete, plus ein mitarbeitender Bauleiter. Diese Struktur hatte sich bereits auf anderen Baustellen bewährt. Am Sonntagabend reiste das Team an, am Montagmorgen startete die Ausführung.
Tag 1-2
Anlieferung, Zuwegung, Aufzüge und Tagesziele mussten jeden Morgen stimmen. Die geplanten Ziele wurden erreicht.
Tag 3
Ein etwa 6 Meter hoher Ficus Amstel King wurde mit Schutzmatten, Rampe und Teamkraft in ein Edelstahlgefäß gesetzt.
Tag 4-6
Vorziehen von Arbeiten, Sonntagslogistik, Restpositionierung, Reinigung, Nährlösung und Installation eines großen Moosbildes.
Teamleistung bis zur Abnahme
Am Ende wurden alle Gewerke mit Bauleitung und Auftraggeber besprochen und die Pflanzanlagen, Großbäume und das Moosbild übergeben. Wir erhielten ein großes Lob für die Leistungsfähigkeit unseres Unternehmens und jedes einzelnen Mitarbeiters.
Wichtig ist dabei auch: Diese Teamleistung war nur möglich, weil die Kolleginnen und Kollegen, die nicht direkt auf dieser Baustelle waren, in dieser Zeit weitere Arbeiten übernommen und dem Projektteam den Rücken freigehalten haben.
Eine Innenraumbegrünung dieser Größe ist Planung, Logistik, Pflanzenwissen und Teamarbeit zugleich.
Genau daraus entsteht eine Begrünung, die nicht nur am Tag der Übergabe wirkt, sondern langfristig funktioniert.
Über den Autor
Oliver Gedike ist seit 2010 Geschäftsführer und Gesellschafter der Gedike Begrünungen GmbH & Co. KG und BUGG zertifizierter Fachberater Innenraumbegrünung. Zuvor hat er eine kaufmännische, gärtnerische Ausbildung durchlaufen und ist nach Erwerb des Dipl. Betriebswirtes in die Geschäftsführung einberufen worden.
