Gute Gründe für ein grünes Umfeld
26. Februar 2019
Was Stadtgrün, Naturkontakt und Raumbegrünung mit Wohlbefinden zu tun haben
Grünflächen prägen mehr als nur das Stadtbild. Eine dänische Studie, über die unter anderem n-tv Wissen berichtete, zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen grünem Umfeld in der Kindheit und psychischer Gesundheit im späteren Leben.
Für uns ist das ein weiterer Hinweis darauf, wie wichtig naturnahe Umgebungen sind – draußen in Parks und Gärten ebenso wie innen durch professionelle Raumbegrünung.
55%
geringeres Risiko wurde in der Studie als möglicher Zusammenhang genannt.
Die Forschenden der Universität Aarhus untersuchten anhand von Satellitendaten die Umgebung der Elternhäuser von fast einer Million Menschen in Dänemark. Betrachtet wurde, wie grün das Umfeld von der Geburt bis zum Alter von zehn Jahren war und wie sich das Risiko verschiedener psychischer Erkrankungen im weiteren Lebensverlauf entwickelte.
Die Studie wurde im US-Wissenschaftsjournal PNAS veröffentlicht. Ihr Ergebnis ersetzt keine einfache Ursache-Wirkung-Formel, macht aber deutlich: Grünflächen sind für gesunde Lebensräume ein ernst zu nehmender Faktor.
Warum Grün im Umfeld so wichtig ist
Kindheit
Grünflächen bieten Bewegung, Rückzug, Naturkontakt und eine andere Form von Alltagsreiz als dicht bebaute Umgebungen.
Stadt
In wachsenden Städten kann Grün helfen, soziale Dichte, Hitze, Lärm und Stress atmosphärisch abzufedern.
Innenraum
Auch in Gebäuden kann Begrünung Räume freundlicher, natürlicher und aufenthaltsstärker machen.
Grünflächen als Teil gesunder Stadtplanung
Die Studie macht deutlich, dass es nicht nur um schöne Parks geht. Grün im Wohnumfeld kann ein Baustein für psychische Gesundheit, Erholung und soziale Lebensqualität sein. Gerade weil immer mehr Menschen in Städten leben, wird die Frage wichtiger, wie wirksames Grün geplant und erhalten werden kann.
Forschende weisen darauf hin, dass Stadtleben oft mit sozialer Dichte, Lärm, Enge und wenig Kontrolle über die eigene Umgebung verbunden ist. Naturnahe Bereiche können hier einen Gegenpol bilden: Sie schaffen Abstand, Orientierung und eine angenehmere Atmosphäre.
Die zentrale Frage lautet nicht nur: Wie viel Grün gibt es? Sondern auch: Wo wirkt es im Alltag?
Der Blick aus dem Fenster, der Weg durch einen Park, Pflanzen am Arbeitsplatz oder eine grüne Wand im Innenraum – all das kann zur Qualität eines Umfelds beitragen.
Vom Stadtgrün zur Raumbegrünung
Natürlich ersetzt eine Pflanze im Büro keinen Park. Aber sie erinnert daran, dass Menschen auch in Innenräumen auf natürliche Elemente reagieren. Pflanzen bringen Struktur, Farbe und Lebendigkeit in Arbeitswelten, Empfangsbereiche, Praxen oder Aufenthaltszonen.
Professionelle Innenraumbegrünung setzt genau dort an: Sie verbindet geeignete Pflanzen, passende Standorte, Licht, Wasser, Pflege und Gestaltung zu einem Konzept, das im Alltag funktioniert. Bei Bedarf können auch große Solitärpflanzen, bepflanzte Raumteiler oder vertikale Begrünungen eingesetzt werden.
Was wir aus der Studie mitnehmen
Der Bericht zeigt sehr deutlich, wie wichtig es ist, unser Umfeld grüner zu gestalten. Für Kommunen bedeutet das: Grünflächen sollten nicht als Restflächen behandelt werden, sondern als Teil gesunder Lebensräume.
Für Unternehmen, Praxen und öffentliche Einrichtungen bedeutet es: Auch Innenräume verdienen mehr Natur. Eine gute Begrünung kann Aufenthaltsqualität verbessern, Arbeitsbereiche freundlicher machen und ein sichtbares Zeichen für Wertschätzung und Nachhaltigkeit setzen.
Über den Autor
Jürgen Gedike ist Geschäftsführer und Gesellschafter der Gedike Begrünungen GmbH & Co. KG. Nach seiner Ausbildung in technischen und gärtnerischen Berufen und einer mehrjährigen Weiterbildung im Bereich Arbeitsstudium und Kalkulation sowie der kaufmännischen Verwaltung gründete er 1995 das oben genannte Unternehmen.